Name: CADASIL
OMIM: 125310
Gen, Region: NOTCH3
Hintergrund

CADASIL (Cerebral autosomal dominante Arteriopathie mit subkortikalen Infarkten und Leukoenzephalopathie) ist eine vererbte zerebrale Vaskulopathie, die über multiple lakunäre Infarkte und ischämische Marklagerdegeneration zu neuropsychologischen Störungen bis hin zu subkortikaler Demenz führt. Häufige Symptome sind Migräne und affektive Störungen. Bei den meisten Patienten finden sich keine klassischen vaskulären Risikofaktoren. Die Krankheit verläuft entweder chronisch-progredient oder verschlechtert sich attackenförmig.

Die Migräne mit oder ohne Aura setzt im vierten Lebensjahrzehnt ein. Im folgenden Jahrzehnt treten vorübergehende ischemische Anfälle und Schlaganfälle auf. Stimmungsschwankungen und Demenz folgen, üblicherweise vor dem 60. Lebensjahr. In einigen Fällen ist Epilepsie beschrieben worden. In der Hautbiopsie lassen sich elektronenmikroskopisch typische Gefäßveränderungen finden.

Diagnostischen Kriterien für CADASIL sind

  1. Alter bei Beginn < 50 Jahre
  2. mindestens zwei der folgenden klinischen Auffälligkeiten:
  3. schlaganfallähnliche Episoden mit permanenten neurologischen Ausfällen
  4. Migräne
  5. psychiatrische Auffälligkeiten
  6. Demenz
Genetik

Verantwortlich für die Erkrankung sind Mutationen im Notch-3-Gen. Das Gen kodiert ein 2321 Aminosäuren großes Protein und besteht aus 33 Exons mit einer Größe von mehr als 45.5 kb. Die meisten pathogenen Mutationen, die oft mit der Entstehung oder dem Verlust eines Cysteins einhergehen, wurden bislang in den 34 epidermalen Wachstumsfaktor (EGF)-ähnlichen Wiederholungen in der extrazellulären Domäne des Notch3 Proteins detektiert.


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