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Name: Cornelia-de-Lange Syndrom 1 / 2
OMIM: 122470 / 300590
Gen, Region: NIPBL / SMC1L1
Hintergrund

Das Cornelia de Lange Syndrom (auch Brachmann-de Lange- Syndrom) ist eine schon über 70 Jahre bekannte klinisch sehr heterogene Entwicklungsstörung. Das CdL-Syndrom wurde bisher vor allem anhand der typischen Gesichtsdysmorphien diagnostiziert, die assoziiert sind mit prä- und postnataler Wachstumsverzögerung, unterschiedlich starker mentaler Retardierung und oft Mißbildungen der oberen Extremitäten. Weiterhin kommen krankhafte Veränderungen des Gastrointestinaltraktes und des Herzens vor. Schwierigkeiten beim Füttern und Gedeihstörungen werden nicht selten durch einen gastro-ösophagealen Reflux weiter kompliziert und erfordern dann besondere Pflege. Auf eine eventuelle Schwerhörigkeit muß gesondert geachtet werden.

Die Prävalenz des Syndroms wird auf 1:10.000 geschätzt, wobei die meisten Fälle sporadisch auftreten. Wenn nur ein Kind betroffen ist, ist daher das Wiederholungsrisiko sehr gering (1%). Bei anscheinend symptomfreien Eltern mit mehreren betroffenen Kindern geht man von Keimbahnmosaikzuständen aus.

Genetik

Erst im Jahr 2004 sind Mutationen im Gen NIPBL als verantwortlich für diese Krankheit mit autosomal dominantem Vererbungsgang entdeckt worden. Bisher wurde in etwa der Hälfte der untersuchten CdL-Verdachtsfälle Mutationen in diesem Gen gefunden. Das Gen umfasst 47 Exons auf 188 kb , 46 der Exons sind kodierend. Die Größe des Gens macht eine Vollsequenzierung sehr teuer und zeitaufwändig.

Einweiters Gen, das für X-linked-Form des Cornelia-de-Lange-Syndroms verantwortlich ist, konnte identifiziert werden – SMC1L1. Diese Gen besteht aus 25 kodierenden Exons.

Methodik

In unserem Labor haben wir eine leistungsfähige Diagnostik etabliert, die mittels DGGE (Denaturierende Gradienten-Gel- Elektrophorese) und Sequenzanalyse auffälliger Exons den sicheren Nachweis von Sequenzabweichungen in allen kodierenden Exons und angrenzenden Exon-Intron-Grenzen ermöglicht.

Durch MLPA-Analyse testen wir zusätzlich das NIPBL-Gen auf Deletionen oder Duplikationen ganzer Exons.

Auf Nachfrage können wir bei negativer Mutationssuche bzw. Deletions-/Duplikationsanalyse des NIPBL-Gens ein Mutationsscreening des SMC1L1-Gens mittels DGGE veranlassen.

Referenzen
Gillis et al. 2004, Am J Hum Genet 75:610-623: NIPBL Mutational Analysisin 120 Individuals with Cornelia de Lange Syndrome and Evaluation of Genotype-Phenotype Correlations.
Krantz et al. 2004, Nat Genet 36(6):631-5: Cornelia de Lange syndrome is caused by mutations in NIPBL, the human homolog of Drosophila melanogaster Nipped-B.
Tonkin et al. 2004, Nat Genet 36(6):636-41: NIPBL, encoding a homolog of fungal Scc2-type sister chromatid cohesion proteins and fly Nipped-B, is mutated in Cornelia de Lange syndrome.
Musio et al. 2006, Nat Genet 38: 528-530: X-linked Cornelia de Lange syndrome owing to SMC1L1 mutations.

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