Name: Ektodermale Dysplasie, anhidrotisch, Typ 1,X-l. Christ-Siemens-Touraine Syndrom X-linked
OMIM: 305100 / 129490
Gen, Region: ED1 / EDAR / EDARADD
Hintergrund
Die ektodermale Dysplasie (ED) ist mit einer Hypoplasie der sich aus dem Ektoderm entwickelnden Organe (Nägel, Drüsen, Haare, Zähne) assoziiert. Es gibt viele verschiedene Varianten der ektodermalen Dysplasie. Aufgrund der Variabilität der klinischen Merkmale soll zukünftig die Abgrenzung anhand der beteiligten Gene erfolgen. Es werden zwei Hauptformen der ektodermalen Dysplasie hervorgehoben, die hidrotische und die anhidrotische Form.
Der Verdacht auf Vorliegen einer anhidrotischen ED wird in der Regel vor dem zweiten Lebensjahr gestellt. Die Kinder weisen wegen des Mangels an funktionsfähigen Schweißdrüsen hohe, lebensbedrohliche Fieberschübe unklarer Genese auf. Oft sind die Zähne nicht angelegt (Hypodontie) bzw. es findet sich meist eine Oligodontie in den unterschiedlichsten Ausprägungsgraden. Die vorhandenen Zähne sind im Frontbereich zapfenförmig oder hypoplastisch. Die Milchzähne sind im Vergleich zu den bleibenden Zähnen weniger oft betroffen. Wegen der fehlenden Zahnanlagen entwickelt sich der Kieferknochen nicht im richtigen Ausmaß. Dadurch entsteht ein charakteristisches Gesichtsbild. Hypotrichose des Kopfhaares, der Augenbrauen und der Wimpern sowie Dystrophie der Finger- und Zehennägel sind typisch. Die Haut ist meist besonders dünn und durch Mangel an Talgdrüsen trocken. Die Aplasie der mukösen Drüsen kann zu Atembeschwerden, Infektionen des Atemtraktes und Asthma führen. Die mentale Entwicklung kann aufgrund der hohen Fieberschübe im Kleinkindesalter gestört sein.
Genetik
Meistens liegt eine X-chromosomale Vererbung vor, daher sind überwiegend Männer betroffen. Bei 95% der männlichen Patienten findet sich eine Mutation im ED1-Gen, das für das Protein Ectodysplasin codiert. Dieses Protein ist verantwortlich für die normale Embryonalentwicklung der Hautanhanggebilde. Die molekulare Pathogenese ist noch weitgehend unbekannt. Vermutlich sind Ektoderm-Mesoderm-Interaktionen gestört.
Es gibt aber auch eine seltenere autosomal-dominante Formen (schwächer ausgeprägter Phänotyp), bei denen Mutationen im EDAR-Gen oder EDARADD-Gen auftreten können.
Methodik
Sequenzierung des ED1-Gens (8 Exons), auf Wunsch auch des EDAR-Gens (12 Exons) und EDARADD-Gens (6 Exons).
