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Name: Hämochromatose, hereditäre
OMIM: 235200
Gen, Region: HFE, HAMP
Hintergrund

Die hereditäre Hämochromatose ist mit einer Prävalenz von 0.25% homozygoter Anlageträger in Deutschland eine der häufigsten autosomal-rezessiven Erkrankungen überhaupt. Die Manifestation der Symptome setzt im Erwachsenenalter ein. Erste Symptome treten bei Männern in der Regel zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf, bei Frauen nach den Wechseljahren. Der spätere Beginn der symptomatischen Erkrankung bei Frauen wird vor allem einem höheren Eisenbedarf (durch Menstruation, Schwangerschaft, Stillen) zugeschrieben. Durch eine erhöhte Eisenresorption aus dem Duodenum kommt es langfristig zu Schädigungen an zahlreichen Organen, vor allem der Leber (Fibrose, Zirrhose und Karzinom), aber auch Haut (Hyperpigmentierung), Gelenke und Pankreas sind betroffen. Frühe Symptome sind häufig Müdigkeit, Depressionen, Bauchschmerzen, Gelenkschmerzen, Infektanfälligkeit und Impotenz bzw. Amenorrhoe. Bei vielen Patienten tritt ein Diabetes mellitus auf, bei einigen auch eine Kardiomyopathie.

Hämochromatose ist eine potentiell lebensbedrohende Erkrankung. Da bei der Hämochromatose mit der Aderlasstherapie aber eine effektive Behandlung zur Verfügung steht, ermöglicht die Entdeckung noch symptomloser Genträger eine rechtzeitige Behandlung Betroffener, bevor Organschäden auftreten. Dann ist die Lebenserwartung normal. Wird die Diagnose jedoch zu spät gestellt, sind viele Organschäden nicht mehr reversibel.

Genetik

Die Hämochromatose wird autosomal rezessiv vererbt. Der Mechanismus ist meistens ein Defekt des HFE-Gens. Das HFE-Genprodukt ist assoziiert mit dem Transferrin-Rezeptor (TfR). Abhängig von der Blutkonzentration nehmen HFE und TfR den Fe-Transferrin-Komplex aus dem Blut auf. Diese Aufnahme erfolgt über Rezeptor-vermittelte Endozytose in ein Endosom. Ist diese Aufnahme dysreguliert, wird immer weiter Eisen aufgenommen, auch wenn die jeweilige Zelle eigentlich schon genug Eisen gelagert hat.

Bei 90% der Patienten findet sich im HFE-Gen die C282Y-Mutation homozygot. Weitere 5% tragen auf dem einen Chromosom 6 die C282Y-Mutation, auf dem anderen eine H63D-Mutation. Die nächsthäufigen Mutationen sind S65C und E168X. Diese vier Gendefekte lassen sich in einem routinemäßig zum Einsatz kommenden Gentest identifizieren.

Außerdem ist seit Kurzem bekannt, dass die Mutation G71D im Gen HAMP für das Protein Hepcidin bei Compound-Heterozygoten mit Mutation im HFE-Gen zu Hämochromatose führt.

Methodik

Nachweis der 4 häufigsten Mutationen C282Y, H63D, S65C und E168X im Gen HFE sowie der Mutation G71D im Gen HAMP durch SnapShot-Analyse. Auf Wunsch Totalsequenzierung des HFE-Gens (5 Exons).


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