Name: Homozysteinämie (MTHFR)
OMIM: 236250
Gen, Region: MTHFR
Hintergrund und Genetik
Ebenso wie bei Mutationen im Faktor II- oder Faktor-V-Gen stellt eine erhöhte Serumkonzentration von Homocystein einen Risikofaktor für venöse Thrombosen und arteriosklerotische Gefäßveränderungen dar.
Ein weit verbreiteter Polymorphismus im Gen für die Methylentetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR) führt zu einer thermolabilen Variante des MTHFR-Enzyms. Verantwortlich ist ein Basenaustausch in an Position 677 von C (Cytosin) nach T (Thymidin). Dieser Austausch resultiert in der Aminosäuresequenz in einem Wechsel von Alanin zu Valin. Diese Sequenzvariante besitzt nur etwa 50% der Aktivität des normalen Enzyms, wodurch weniger Homozystein in Methionin umgewandelt wird. Personen mit dieser thermolabilen Form haben infolgedessen höhere Plasmawerte für Homocystein. Geringfügig erhöhte Homozystein-Serumkonzentrationen werden auch bei heterozygoten Individuen gefunden. Ein erhöhtes Thrombose-Risiko konnte bisher allerdings nur für homozygote Merkmalsträger ermittelt werden, wobei insbesondere bei dem Zusammentreffen mit entsprechenden Faktor-II, Faktor-V oder PAI1-Polymorphismen von einem kumulativen Effekt ausgegangen werden kann. Daher ist eine kombinierte Analyse der entsprechenden Genregionen sinnvoll.
In 5-15% der Bevölkerung kann eine homozygote, in 38-50%eine heterozygote Punktmutation von C nach T gefunden werden.
Das Vorliegen einer MTHFR-Mutation bzw. die Erhöhung des Homocysteins-Spiegels scheint mit einem vermehrten Auftreten von Neuralrohrdefekten einher zu gehen. Daher sollte bei den Eltern von Kindern mit Neuralrohrdefekt bzw. bei Paaren mit erhöhtem Risiko für Neuralrohrdefekte oder wiederholten Aborten die Mutationsanalyse am MTHFR-Gen erfolgen. Eine Folsäure-Behandlung prä- und postkonzeptionell ist sinnvoll.
Methodik
SnapShot-Analyse der relevanten Genregionen in MTHFR; ggf. auch in F2, FV und PAI1.
