Name: Kennedy-Syndrom / spinobulbäre Muskelatrophie
OMIM: 313200
Gen, Region: AR
Hintergrund
Die spinobulbäre Muskelatrophie Typ Kennedy (SBMA) ist eine langsam progrediente Muskelatrophie bei Männern mit Beginn meist im 2. bis 4. Lebensjahrzehnt. Das allmähliche Absterben der spinalen Vorderhornzellen führt zu einem Abbau von Muskelfasern, die nicht mehr durch die abgestorbenen motorischen Nerven versorgt werden. Besonders die Extremitäten und die bulbären Areale sind betroffen, dabei zeigt sich ein Fortschreiten der Beschwerden von proximal nach distal. Häufig treten Faszikulationen, Krämpfe, Paresen und Tremor auf. Dysphagie und Dysarthrie stellen sich häufig erst viele Jahre nach Krankheitsbeginn ein. Atem- und Herzmuskulatur sind nicht betroffen, so dass eine Einschränkung der Lebenserwartung durch die Krankheit selbst nicht zu erwarten ist. Typisch ist die endokrinologische Symptomatik, meist in Form einer Gynäkomastie, verbunden mit Oligo- oder Azoospermie. Im Blut sind Leberwerte, Blutfette und CK-Wert erhöht. Im Verlauf der SBMA kann auch Diabetes mellitus hinzukommen.
Genetik
Es handelt sich um eine X-chromosomal rezessive Erkrankung, die durch die Verlängerung eines CAG-Trinukleotid-Repeats im Exon 1 des Androgen-Rezeptor(AR)-Gens verursacht wird. Die Betroffenen sind daher fast ausschliesslich Männer. Normale Allele haben bis etwa 35 Repeats, mehr als 38 Repeats sind eindeutig krankheitsverursachend. Heterozygote Anlageträgerinnen bleiben beschwerdefrei. Im Gegensatz zu anderen Trinukleotid-Repeaterkrankungen wird bei SBMA kaum keine Verlängerung der Repeats von Generation zu Generation beobachtet.
Methodik
Nachweis der Expansion mittels PCR und Elektrophorese
