Name: Lebersche Optikusatrophie
OMIM: 535000
Gen, Region: mitochondrial
Hintergrund
Die Lebersche Optikusneuropathie (LHON) ist gekennzeichnet durch subakuten, schmerzfreien beiderseitigen Sehverlust, meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Die akute Phase beginnt mit Unschärfe und mangelnder Farbsättigung im zentralen visuellen Bereich eines oder beider Augen. Innerhalb von 6 Monaten sind gewöhnlich beide Augen betroffen und die Patienten erblinden praktisch vollständig.
Genetik
LHON entsteht durch Mutationen in mitochondrialen Genen für Enzymuntereinheiten der Atmungskette. Weil die Zygote alle Mitochondrien aus der Eizelle erhält, ist die Vererbung von mitochondrialen Störungen maternal, d. h. die Mutter des Indexpatienten trägt die Mutation und nur in der mütterlichen Linie finden sich familiäre Fälle von Sehverlust. Ein Mann kann die Mutation nicht an seine Nachkommen weitergeben, während eine Frau die Mutation an alle Nachkommen vererbt. Durch die geringe Penetranz der LHON bleiben aber viele Mutationsträger lebenslang symptomfrei, und zwar etwa 60 % der Männer und über 85% der Frauen. Es wird vermutet, dass zusätzliche genetische oder Umweltfaktoren bestimmen, ob sich Symptome entwickeln.
In 95% der Fälle findet sich eine von drei Punktmutationen in der mtDNA: G11778A (MTND4), T14484C (MTND6) und G3460A (MTND1), wobei die erstgenannte weltweit bei 70% aller Betroffenen gefunden wird. Bei den restlichen 5% der Patienten liegen seltener vorkommende Mutationen der mtDNA vor. Neben den o.a .primären Mutationen gibt es auch sogenannte sekundäre Mutationen, die nur in Gegenwart einer primären Mutation den Phänotyp beeinflussen können, z. B. T4216C, G13708A, und G15257A.
Genetik
PCR der relevanten Abschnitte der mitochondrialen DNA. Nachweis der 3 primären und der beiden häufigsten sekundären Mutationen mittels SnapShot-Analyse.
