Name: Marfan Syndrom
OMIM: 154700
Gen, Region: FBN1
Hintergrund
Beim Marfan Syndrom handelt es sich um eine autosomal dominant vererbte Erkrankung des Bindegewebes, die mit einer Häufigkeit von ca. 1:10.000 auftritt. Grund für diese Erkrankung sind Mutationen im Gen für Fibrillin, welches eine der wesentlichen Komponenten der Mikrofibrillen ist. Diese Mikrofibrillen bilden das Grundgerüst für die elastischen Fasern und sind in fast allen Bereichen des Körpers zu finden. Die Auswirkungen der Veränderungen im Bindegewebe werden daher bei hoher individueller Variabilität in verschiedenen Organsystemen deutlich. Typisch sind lange und schmale Extremitäten, Trichterbrust, Skoliose, Spinnenfingrigkeit, überstreckbare Gelenke, Linsenluxation, starke Kurzsichtigkeit, Herzklappenfehler und Aortenaneurysma. Die kardialen Befunde können zum plötzlichen Tod des Patienten führen.
Genetik
In 70-93% der Fälle findet man eine Mutation im FBN1-Gen. Dieses Gen ist mit über 600 kb und 65 Exons sehr groß. Bisher wurden über 200 verschiedene Mutationen gefunden, die das Marfan-Syndrom oder einen ähnlichen Phänotyp hervorrufen. In einigen Fällen wurden auch Deletionen ganzer Exons beschrieben. Seit Kurzem sind Mutationen in einem potentiellen Tumorsuppressorgen, TGFBR2, in Zusammenhang mit einem Marfan-ähnlichem Phänotyp (Marfan Syndrom Typ2) gefunden worden.
Methodik
In unserem Labor haben wir eine leistungsfähige Diagnostik etabliert, die mittels DGGE (Denaturierende Gradienten-Gel-Elektrophorese) und Sequenzanalyse auffälliger Exons den sicheren Nachweis von Sequenzabweichungen in allen kodierenden Exons und angrenzenden Exon-Intron-Grenzen des FBN1-Gens ermöglicht.
Durch MLPA-Analyse testen wir zusätzlich das FBN1-Gen auf Deletionen oder Duplikationen ganzer Exons.
