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Name: Mittelmeerfieber, familiäres
OMIM: 249100
Gen, Region: MEFV
Hintergrund

Das familiäre Mittelmeerfieber ist eine autosomal-rezessive Erkrankung, die gehäuft bei Bewohnern der östlichen Mittelmeerregion (Türken, sephardische Juden, Nordafrikaner, Araber, seltener Griechen und Italiener) auftritt. Bis zu einem Sechstel nordafrikanischer Juden und bis zu einem Siebtel der armenischen Bevölkerung sind Merkmalsträger. In der Türkei wird die Prävalenz der Erkrankung auf etwa 0,1% der Bevölkerung geschätzt. Sie ist gekennzeichnet durch periodisch wiederkehrende Fieberschübe mit begleitender Entzündung der Serosa, was zu starken Bauch-, Brust- oder Gelenkschmerzen führt. Die meisten Patienten haben ihre ersten Fieberschübe im frühen Kindes- und Jugendalter. Die Attacken dauern etwa ein bis drei Tage an und bilden sich dann von alleine wieder zurück. Zwischen den Attacken sind die Patienten symptomfrei und fühlen sich gesund. Unbehandelt ist die häufigste Komplikation des familiären Mittelmeerfiebers eine progressive sekundäre Amyloidose, wodurch sich die Lebenserwartung der Patienten verkürzt: Beim akuten Schub findet sich besonders viel Amyloid im Blut, welches sich in unterschiedlichen Organen (vor allem der Niere) ablagern und über eine Niereninsuffizienz zum Tode führen kann.

Genetik

Ursächlich für das familiäre Mittelmeerfieber sind in etwa 90% der Fälle Mutationen im MEFV-Gen, welches das Protein Pyrin (auch Marenostin genannt) codiert. Dieses wird praktisch ausschliesslich von neutrophilen Granulozyten exprimiert und kontrolliert vermutlich Fieberschübe durch eine Deaktivierung der Immunantwort. Die Häufigkeit der Fieberschübe läßt sich durch die prophylaktische Gabe von Colchizin unterdrücken, welches eine bekannte hemmende Wirkung auf neutrophile Granulozten aufweist. Es sind über 80 verschiedene Mutationen bekannt, wobei es Hot Spots in bestimmten Genregionen gibt. Durch Sequenzierung von 3 Exons erfasst man etwa 80% der Mutationen. Interessant ist, dass die Mutation M694V, die in über 90% der betroffenen nordafrikanischen Juden gefunden wird, deutlich mit der Entwicklung von Amyloidose korreliert. Hier kann bei rechtzeitiger Diagnose durch lebenslange Colchizingaben erfolgreich vorgebeugt werden.

Methodik

Sequenzierung der Exons 2, 3 und 10 des Gens MEFV. Auf Wunsch Vollsequenzierung (10 Exons).


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