Name: MODY, Maturity Onset Diabetes of the Young
OMIM: 125850, 125851, 600496
Gen, Region: HNF4A, GCK, TCF1
Hintergrund
MODY („maturity onset diabetes of the young“)ist als spezielle Unterform des Diabetes Typ2 anzusehen und charakterisiert eine Gruppe von familiär auftretenden Hyperglykämien. Diese Hyperglykämie entwickelt sich meist in der Kindheit, der Adoleszenz oder im jungen Erwachsenenalter und ist in den meisten Fällen mild, oft ohne klassische Diabetessymptome. Selten besteht eine Ketose und im oralen Glucose-Toleranz Test (OGT) oder im in vitro Glucose-Toleranz Test (ivGTT) zeigt sich eine Reduktion der Insulinsekretion. Nur selten finden sich Autoimmunantikörper gegen B-Zell-Antigene. Im OGT findet sich oft nur ein gering erhöhter Nüchtern-Blutzuckerwert (6-7mmol/l), nach Glukosezufuhr steigt der Blutzucker dann meist in den Bereich „Glukoseintoleranz“ (7,8-11mmol/l nach 2 Stunden), seltener kommt es zum Anstieg des Blutzuckers in den „diabetischen Bereich“ (>11mmol/l nach 2 Stunden).
Einen MODY-Diabetes haben ein bis fünf Prozent der Diabetiker. Viele der MODY-Patienten werden zum ersten Mal bei Routine-Untersuchungen erfasst (z. B. Militär-Musterungsuntersuchung) oder auch bei Familienuntersuchungen, wenn bereits ein Familienmitglied als MODY-Patient diagnostiziert wurde.
Der klinische Verdacht auf das Vorliegen eines MODY-Diabetes ist gegeben bei:
- Diabetes in mehreren Generationen
- Manifestation vor dem 25. Lebensjahr
- milde Symptomatologie bei Beginn
- Schwangerschaftsdiabetes
Eine molekulargenetische Diagnostik ist wichtig, um durch die Zuordnung zu einem Typ die richtige Behandlung einzuleiten. So ist es oft nicht sinnvoll, MODY-Patienten Insulin zu verabreichen, statt dessen helfen Sulfonylharnstoffe. MODY 2 hat einen besonders harmlosen Verlauf und kann meist durch spezielle Diät behandelt werden.
Genetik
Mutationen in sechs verschiedenen Genen verursachen jeweils klinisch unterschiedliche Krankheitsbilder. Der Erbgang ist bei allen sechs MODY-Subformen autosomal dominant, wobei die Prävalenz der einzelnen Subformen in Europa sehr variabel ist. Die Subformen MODY 2 und MODY 3 sind die beiden häufigsten, deren Unterscheidung stellt auch die wichtigste Indikation für eine genetische Analyse dar.
Methodik
Sequenzierung der Gene HNF4A (8 Exons), GCK (10 Exons) und TCF1 (10 Exons)
