Name: Morbus Fabry
OMIM: 301500
Gen, Region: GLA
Hintergrund

Morbus Fabry beruht auf einem Defekt der lysosomalen alpha-Galaktosidase. Fehlt dieses Enzym, können Glykosphingolipide nicht abgebaut und aus der Zelle entfernt werden. Sie verbleiben in den Zellen und reichern sich dort an. Durch die kontinuierliche Zunahme der Ablagerungen im gesamten Organismus treten immer mehr Zellschäden auf. Besonders starke Ablagerungen findet man vor allem auf der Innenauskleidung aller Blutgefäße (Endothel) sowie in unterschiedlichen Geweben der inneren Organe. Dadurch werden im Verlauf der Krankheit meist Haut, Herz, Nieren, Augen und Nervensystem geschädigt. In der Kindheit sind die typischen Symptome anfallsartige brennende Schmerzen in Händen und Füßen, unerklärbaren Fieberschübe durch Hypohidrose sowie Hornhaut- und Linsentrübungen. Später treten Angiokeratome (rötliche bis bläulich-schwarze, ein bis drei Millimeter große Knötchen, die sich nicht wegdrücken lassen), Herzprobleme, Nierenversagen und vorzeitige Schlaganfälle auf. Unbehandelt verläuft Morbus Fabry progressiv und führt durch irreversible Organschäden bei männlichen Patienten meist im Alter von 40 bis 50 Jahren zum Tod.

Die Häufigkeit dieser X-chromosomalen Erkrankung wird bei Männern mit 1:40.000 angenommen. Die Ermittlung der genauen Anzahl ist schwierig, da die Krankheit aufgrund der vielfältigen und wenig charakteristischen Symptome häufig fehldiagnostiziert und somit nicht erkannt wird.

Auch Frauen, die für das Merkmal heterozygot sind, erkranken, wahrscheinlich durch Unregelmäßigkeiten bei der Inaktivierung eines X-Chromosoms. Bei Frauen liegt oft eine mildere Form der Erkrankung vor als bei Männern, aber auch bei ihnen kann eine Therapie erforderlich sein. Es gibt bei Frauen auch monoorganische Manifestationen der Krankheit, etwa als kardiale Variante.

Im Jahr 2001 wurde ein Medikament, das biotechnologisch hergestellte alpha-Galaktosidase enthält, zur Behandlung von Morbus Fabry zugelassen. Die Zufuhr des Enzyms bewirkt den Abbau von Glykosphingolipiden in Blutgefäßen und Geweben und beseitigt somit die Ursache der Fabry-Symptome. Seitdem sind viele Morbus-Fabry-Patienten behandelt worden und können bei guter gesundheitlicher Verfassung ein normales Lebensalter erreichen.

Genetik

Verantwortlich für die Fabry-Krankheit sind Mutationen im alpha-Galaktosidase-Gen GLA.  Eine Vielzahl von verschiedenen Mutationen konnte bisher identifiziert werden, darunter Deletionen kleiner Genabschnitte, Splicing-Defekte und Missense- und Nonsense-Mutationen.

Methodik

Sequenzierung des Gens GLA (7 Exons).


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