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Name: Morbus Wilson
OMIM: 277900
Gen, Region: ATP7B
Hintergrund

Morbus Wilson ist eine autosomal-rezessive Erkrankung des Kupferstoffwechsels. Mit einer Inzidenz von ca. 1:30.000 und 1:180 Überträgern gehört sie zu den häufigeren erblichen Erkrankungen. Bei einem schweren Verlauf treten Symptome wie Apnoe, Zyanose und Dyspnoe kurz nach der Geburt auf. Diese Formen verlaufen oftmals tödlich. Mildere Verlaufsformen treten durchschnittlich im Alter von 20 Jahren auf. Klinisch findet man hierbei durch die Kupferüberladung im Gehirn ausgelöste neurologische und psychiatrische Symptome (Rigor, Tremor, undeutliche Aussprache) sowie immer eine mehr oder weniger ausgeprägte Leberschädigung. Besonders charakteristisch ist meist eine auffällige goldbraun-grüne Verfärbung der Cornea durch Kupereinlagerung (Kayser-Fleischer-Kornealring). Laborchemisch läßt sich eine 10fach erhöhte Kupferausscheidung im Urin und ein erniedrigter Coeruloplasminwert feststellen. Frühzeitig erkannt und lebenslang therapiert ist Morbus Wilson als harmlos anzusehen. Die Lebenserwartung unterscheidet sich nicht oder nur geringfügig von gesunden Menschen. Unbehandelt verläuft Morbus Wilson aber immer tödlich.

Genetik

Für die Erkrankung sind Mutationen im ATP7B-Gen verantwortlich. Dieses codiert fur eine Kupfer bindende, Kationen transportierende ATPase. Es sind über 260 verschiedene Mutationen in diesem Gen bekannt, wobei in der europäischen Bevölkerung die Mutation H1069Q bei etwa 40% der Morbus Wilson Fälle gefunden wird. Bei homozygoten Mutationsträgern wird das Kupfer nicht wie bei einem gesunden Menschen mit der Galle und somit über den Stuhl ausgeschieden, sondern im Organismus eingelagert und entfaltet so seine toxische Wirkung.

Methodik

Sequenzierung der Exons 2, 8, 14 und 18 (Sensivität: ca. 70% in der europäischen Bevölkerung); auf Wunsch Vollsequenzierung des Gens ATP7B (21 Exons).


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