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Name: Myotone Dystrophie / DM1 / Curschmann-Steinert-Syndrom
OMIM: 160900
Gen, Region: DMPK
Hintergrund

Die Myotone Dystrophie (MD) ist die häufigste erbliche Form der Dystrophie des Erwachsenen (1:8000). Diese Multisystemerkrankung, die neben der Muskulatur auch Gehirn, Herz, Augen, Gastrointestinaltrakt und endokrine Organe betreffen kann, wird autosomal-dominant vererbt. Leitsymptome sind u.a. Myotonie und progressive Muskeldystrophie. Es werden drei teilweise überlappende Formen unterschieden: die klassische, die milde und die congenitale Form. Bei der klassischen Form ist die Erstmanifestation im 2.-4. Lebensjahrzehnt erkennbar mit Katarakt und myotonischen Erscheinungen vor allem der Extremitäten, Kau- und Zungenmuskulatur. Weiterhin kommen Sprechstörungen, Muskelatrophie vom Gesicht absteigend und generalisierend sowie Fehlgeburten, Präeklampsie und Hypogonadismus vor. Die Lebenserwartung ist im Gegensatz zur später einsetzenden milden Form auf ca. 50 Jahre reduziert, wobei Aspirationspneumonien und Herzdysrhythmien als Folge der Degeneration des kardialen Reizleitungssystems die häufigste Todesursache sind.

Die congenitale Form wird meist schon fetal oder direkt nach der Geburt diagnostiziert und zeichnet sich durch schwere Muskelhypotonie, Gedeihschwäche, dreieckig-offenen Mund und in etwa der Hälfte der Fälle durch mentale Retardierung aus. Die Bewegungsfunktionen bessern sich gewöhnlich langsam im Laufe der Entwicklung., so dass eine Gehfähigkeit erreicht wird. Durch respiratorische Probleme ist die Letalität im Kindesalter erhöht und die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei unter 45 Jahren.

Genetik

Die myotone Dystrophie ist assoziiert mit einer Verlängerung des repetitiven Sequenzmotivs CTG am 3′-Ende des DMPK-Gens, das für das Protein Myotonin-protein Kinase codiert. Dieses Protein findet sich in Herz- und Skelettmuskeln als Bestandteil von Zellstrukturen, die mit interzellulärer Reizleitung assoziiert sind.

Normale Allele besitzen 5 bis 35 CTG-Repeats. Prämutations-Allele haben 35-49 CTG-Repeats. Individuen mit Prämutation sind symptomfrei, aber deren Kinder haben ein erhöhtes Risiko, an MD zu erkranken. Durch das Phänomen der Antizipation können sich nämlich die Repeats in der Meiose verlängern, was zu schwereren Symptomen und früherem Krankheitsbeginn in aufeinanderfolgenden Generationen führt. Allele mit über 50 CTG-Repeats sind krankheitsverursachend, wobei 50-150 Repeats für die milde Form, etwa 100 bis 1.000 für die klassische Form und über 2.000 Repeats für die congenitale Form verantwortlich sind.

Methodik

Ermittlung der CTG-Repeatanzahl mittels PCR und Kapillarelektrophorese. Ggf. Southern-Blot-Hybridisierung.


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