Name: Peutz-Jeghers-Syndrom Polyposis intestinales II
OMIM: 175200
Gen, Region: STK11
Hintergrund
Charakteristisch für die Erkrankung sind multiple neuromuskuläre Polypen (Hamartome) des Gastrointestinaltraktes, vor allem des Dünndarms, die Blutungen und Anämie verursachen können. Diese Polypen entwickeln sich bei 70-90% der Patienten und entarten schliesslich oft zu Dickdarmkrebs. Im Kindesalter können die Dünndarmpolypen zu Ileus und Invaginationen führen. Die Erstmanifestation erfolgt meist um das 10. Lebensjahr. Hinzu kommt später eine deutliche Neigung zu verschiedenen Tumoren der inneren Organe, vor allem in Brust, Gebärmutter und Bauchspeicheldrüse. Dadurch haben die Patienten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein etwa 15-fach erhöhtes allgemeines Krebsrisiko, und bis zum 64. Lebensjahr entwickeln etwa 90 Prozent der Patienten einen bösartigen Tumor. Hormonell aktive Tumore können zu Pubertas praecox führen. Eine charakteristische Haut- und Schleimhautpigmentierung, vor allem dunkelbraune Melaninflecken um die Lippen, besteht häufig schon bei der Geburt, kann aber ab der Pubertät zurückgehen. Diagnostizierte Patienten können regelmäßig untersucht werden, um frühzeitig Anzeichen von möglicherweise malignen Tumoren zu entdecken.
Genetik
Ursächlich für das autosomal-dominant vererbte Peutz-Jeghers-Syndrom sind meist Mutationen in dem Gen STK11 für eine Serin/Threonin-Proteinkinase, die vermutlich an der Regulation von Zellteilungs-, Differenzierungs- oder Signaltransduktionsprozessen beteiligt ist. Bei etwa 70% der Fälle mit positiver Familienanamnese und bei 20-70% der Fälle ohne familiäre Häufung finden sich Mutationen in diesem Gen. In etwa 30% der Fälle liegen Neumutationen vor.
Methodik
Sequenzierung des Gens STK11 (9 Exons).
