Name: Porphyrie, intermittierende
OMIM: 176000
Gen, Region: PBGD = HMBS
Hintergrund
Porphyrien sind angeborene oder erworbene Störungen des Pigmentstoffwechsels, die auf spezifischen Enzymdefekten der Hämbiosynthese beruhen. Die akut intermittierenden Porphyrie (AIP) ist die häufigste Form der akuten hepatischen Porphyrien, die zu einer verminderten Aktivität der Uroporphyrinogen-I-Synthase führt. Daraus resultiert eine Anreicherung von Porphyrin-Vorstufen, die toxisch auf die Leber und das Nervensystem wirken.
Klinisch tritt die intermittierende Porphyrie meistens im 2. bis 3. Lebensjahrzehnt in Erscheinung. Das Ausmaß der Symptomatik ist dabei sehr variabel. Sie ist gekennzeichnet durch kolikartige Leibschmerzen, Rückenschmerzen, Erbrechen, Hypertonie und akute neuropsychiatrische Symptome, wie Muskelschwäche, Lähmungen, epileptiforme Krämpfe, Halluzinationen, Persönlichkeits-veränderungen und Paralysen. Die Attacken sind oft medikamenteninduziert. Zu beachten ist, daß die Bleivergiftung eine akute toxische hepatische Porphyrie und ein klinisches Analogon zur AIP ist. Die Häufigkeit der Erkrankung liegt bei 1:10.000, wobei Frauen dreimal häufiger als Männer betroffen sind. Die Gendiagnostik erlaubt auch die Identifizierung bislang symptomfreier Familienmitglieder. Akute, lebensbedrohliche neurologische Attacken können so verhindert oder gemildert werden, durch die Meidung zusätzlicher disponierender Faktoren, wie z.B. Medikamente, Alkohol, Infektionen oder Diät.
Genetik
Ursächlich für diese autosomal-dominante Form der Porphyrie sind Mutationen im Gen für die Hydroxymethylbilan Synthase (HMBS), für das bisher mehr als 230 verschiedene Mutationen identifiziert wurden.
Methodik
Sequenzierung des Gens HMBS (14 Exons).
