Name: Pseudoachondroplasie /PSACH
OMIM: 177170
Gen, Region: COMP
Hintergrund
die Pseudoachondroplasie (PSACH) sowie auch die Multiple epiphyseale Dysplasie (MED, s. auch dort) sind gekennzeichnet durch Kleinwuchs mit normaler Gesichts- und Kopfmorphologie. Bei der MED tritt bereits während frühen Kindheit eine schwere Ostheoarthritis der Hüfte auf. Weitere Charakteristika sind außerderm eine epiphysealer Dysplasie, Hüftdysplasie, Brachydaktylie mit verkürzten Mittelhand- und Fingerknochen sowie eine Hyperextensibilität der Fingergelenke. Typischerweise ist der klinische Phänotyp der PSACH stärker ausgeprägt als bei MED. Weitere Symptome der PSACH sind u.a. Lordose, Kyphose und Skoliose. Die klinische Diagnosestellung bei PSACH und MED können durch die Abwesenheit einer charaktersitischen fazialen Auffälligkeit und dem Umstand, dass der Kleinwuchs z. T. erst spät in der Kindheit bemerkt wird, sehr schwierig sein.
Genetik
Die Vererbung von PSACH ist autosomal dominant und beruht auf Mutationen in dem Gen COMP. Das COMP-Gen kodiert mit seinen 19 Exons für das ‘cartilage oligomeric matrix protein’, das zur Familie der Thrombospondin-Gene zählt. Das Protein besteht aus einer repetitiven EGF-Hand-Domäne und Calmodulin-ähnlichen Wiederholungen.
COMP ist für nahezu alle Fälle von PSACH verantwortlich. Am häufigsten finden sich Mutationen in den Exons 13, 14 und 16. Das Exon 13 enthält einen GAC-Repeat (n=5), der in ca. 1/3 der bisherigen PSACH/MED-Fälle deletiert oder expandiert ist.
Methodik
Stufendiagnostik:
1. Sequenzierung der Hot-Spot-Exons 13, 14 und 16
2. Sequenzierung der restlichen 16 Exons
