Name: Rachitis, hereditäre VitaminD-abhängige, Typ 1 & 2
OMIM: 264700, 277440
Gen, Region: CYP27B1, VDR
Hintergrund
Die ersten klinischen Symptome der Vitamin-D-abhängigen Rachitis treten i.d.R. ab dem 2. oder 3. Lebensjahr auf. Es zeigen sich Symptome einer Vitamin-Mangelerscheinung mit allgemeiner Muskelschwäche und Wachstumsretardierung. Der Serumkalziumspiegel ist erniedrigt und das Parathormon erhöht. 1,25-Dihydroxycholecalciferol (Vitamin D3) ist im Serum nicht nachweisbar. Durch eine Substitutionstherapie mit Calcitriol ist die Erkrankung erfolgreich zu behandeln. Die Indikation zur Untersuchung ergibt sich meist aus der Familienberatung.
Das Secosteroid Hormon 1,25-Dihydroxyvitamin-D (1,25(OH)2D) spielt eine entscheidene Rolle beim Knochenwachstum und beim Kalziumstoffwechsel. Der entscheidende Schritt in der Biosynthese von 1,25(OH)2D stellt die 1-Hydroxylation von 25-Hydroxyvitamin-D in den Mitochondrien der Niere dar. Diese Reaktion wird durch eine 1-Hydroxylase, ein Cytochrom-P450-Enzym, katalysiert. Das durch das Gen CYP27B1 kodierte Enzym unterliegt einer komplexen Regulation durch Kalzium, Phosphat und Parathyroid-Hormon (PTH). Die Aktivität der 1-Hydroxylase ist der geschwindigkeits-bestimmende Schritt in der Vitamin-D-Aktivierung. Mutationen, die einen Aktivitätsverlust der 1-Hydroxylase bewirken, führen zu einer Vitamin-D-Mangelerscheinung.
Methodik
Sequenzierung der Gene CYP27B1 (9 Exons) und VDR.
