Name: Segawa-Syndrom, autosomal dominant Progressive Dystonie; Dystonie, dopa-responsive / Segawa-Syndrom, autosomal rezessiv autosomal rezessives infantiles Parkinson-Syndrom; Tyrosinhydroxylase-abhängige dopa-responsive Dystonie; Tyrosinhydroxylase-Mangel
OMIM: 128230, 605407
Gen, Region: GCH1, TH
Hintergrund
Die erbliche progressive Dystonie vom Typ Segawa, oder auch Dopa-responsive Dystonie manifestiert sich nach normaler motorischer Entwicklung um das 6. Lebensjahr und ist zuerst durch eine Dystonie der unteren Extremitäten gekennzeichnet. Dabei zeigen sich Gangstörungen durch Verkrampfungen der Beine oder Füße, die meist auf eine Körperhälfte beschränkt sind. . Ein häufig auftretendes Symptom ist der Retrocollis. Auffällig ist das oft diurnale Auftreten der Symptome mit Verschlechterung im Laufe des Tages: Morgens kann der Patient noch gehen, benötigt dann nachmittags aber einen Rollstuhl. Im Allgemeinen erfolgt eine graduelle Progression zu generalisierter Dystonie. Im späteren Verlauf kann ein Parkinson-ähnliches Erkrankungsbild auftreten. Die Erkrankung spricht gut auf Gaben von geringdosiertem L-DOPA an, was ein deutlicher diagnostischer Hinweis ist. Die Penetranz der Erkrankung ist unvollständig, wobei weibliche Mutationsträger deutlich häufiger klinisch auffällig werden als männliche.
Genetik
Ursächlich für das autosomal-dominante Segawa-Syndrom sind in 40-60% der Fälle Punktmutationen im Gen für die GTP Cyclohydrolase I (GCH1). Es wurden über 100 verschiedene Mutationen in GCH1 gefunden. Auch Deletionen ganzer Exons im Gen GCH1 kommen vor. Das Enzym GTPCH1 katalysiert den ersten Schritt der Biosynthese von Tetrahydrobiopterin (BHA), einem Cofaktor der Tryptophan-Hydroxylase, die wiederum an der Synthese von Dopamin im Gehirn beteiligt ist.
Methodik
Sequenzierung der Gene GCH1 (6 Exons) und TH.
Detektion von Deletionen mit MLPA.
