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Name: Silver-Russell-Syndrom
OMIM: 180860
Gen, Region: UPD7, 11p15.5
Hintergrund

Das Silver-Russell-Syndrom (SRS) ist charakterisiert durch eine starke prä- und postnatale Wachstumsretardierung mit charakteristischen Dysmorphien. Die geschätzte Häufigkeit liegt bei 1:25.000 Neugeborenen. Der Kleinwuchs ist typischerweise dysproportioniert und asymmetrisch mit relativer Makrozephalie. Weiterhin kommen Trinkschwäche und Gedeihstörungen bei Säuglingen, Klinodaktylie, Hypoglykämien, Zahnfehlstellungen und gastrointestinale Störungen vor. Die Endgröße der Patienten ohne Wachstumshormonbehandlung liegt bei durchschnittlich 1,40m bis 1,50m. Die mentale Entwicklung ist meist normal bis leicht retardiert.

Genetik

Das meistens sporadisch auftretende Silver-Russell-Syndrom ist genetisch heterogen, die Hauptursache sind epigenetische Methylierungsstörungen:

Bei etwa 10 % der Patienten mit der Symptomatik dieses Syndroms findet man eine maternale uniparentale Disomie (UPD) des Chromosoms 7, die entscheidenden Gene sind hier vermutlich GRB10 und MEST (=PEG1).

Bei ca. 35% der Patienten besteht eine Methylierungsstörung in der Imprinting-Domäne ICR1 im Gen H19 (chromosomale Region 11p15.5). Im Gegensatz zum Beckwith-Wiedemann-Syndrom, das u. a. auf Hypermethylierung von H19 beruht und zu Großwuchs führt, liegt beim Silver-Russell-Syndrom eine Hypomethylierung dieses Gens vor. In einigen Fällen sind Deletionen/Duplikationen bzw. Translokationen in den kritischen Regionen 11p15 sowie 7p11.2 oder Sequenzvarianten der beschriebenen Gene gefunden worden.

Methodik

In unserem Labor weisen wir mittels methylierungssensitiver MLPA (Multiplex ligation-dependent probe amplification; MRC Holland) den Methylierungsstatus von H19 nach. Gleichzeitig werden mit dieser Methode Deletionen/Duplikationen in dieser Region entdeckt. Außerdem führen wir einen Test auf UPD des Chromosoms 7 durch. Insgesamt können wir mit dieser Strategie eine Ursache bei etwa 40-50% der Silver-Russell Fälle nachweisen.


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