Name: Smith-Magenis-Syndrom SMS
OMIM: 182290
Gen, Region: 17p11.2, RAI1
Hintergrund
Das Smith-Magenis Syndrom (SMS) ist gekennzeichnet durch Brachyzephalie und typische faziale Dysmorphien mit Mittelgesichtshypoplasie und milde bis mäßige mentale Retardierung. Dazu kommen Verhaltensauffälligkeiten mit Stereotypien, Autoagressivität und Schlafstörungen sowie häufig Schwerhörigkeit, Ventrikulomegalie, Herzfehler und Nierenprobleme. Die Häufigkeit des SMS liegt bei etwa 1:25.000 Geburten
Genetik
Das SMS wird in 90% der Fälle verursacht durch Mikrodeletionen im Bereich 17p11.2, wobei die typische Deletion (70% der Fälle) über 3,5 Mb geht und bei einer Karyotypisierung mit ausreichend hoher Auflösung mikroskopisch sichtbar ist. Als Hintergrund für das Auftreten dieser Deletion wird die homologe Rekombination angrenzender repetitiver Segmente angesehen. Kleinere Deletionen müssen molekulargenetisch oder mit FISH-Analyse nachgewiesen werden. Die Deletionen treten praktisch immer de novo auf. Alle bisher beschriebenen Deletionen, die zu SMS führen, enthalten das Gen RAI1. Sequenzanalysen haben gezeigt, dass bei den SMS-Patienten ohne nachweisbare Deletion dominante Punktmutationen in diesem Gen vorliegen, und zwar bisher alle in Exon 3. Bei Patienten mit größeren Deletionen kann das nahegelegene Gen PMP22 mitbetroffen sein. Dann finden sich auch neurologische Symptome von HNPP (s. dort). Es gibt auch Duplikationen im Bereich 17p11.2, die zu einem von SMS unterschiedlichen Phänotyp führen.
Da bei Neugeborenen eine phänotypische Ähnlichkeit zur Trisomie 21 besteht, sollte bei nicht bestätigtem Verdacht auf Trisomie 21 eine Ausschlussdiagnostik für SMS in Betracht gezogen werden.
Methodik
Untersuchung der kritischen Region im chromosomalen Bereich 17p11.2 auf Deletionen mittels MLPA . Auf Wunsch ist stattdessen auch eine FISH-Analyse möglich. Sequenzierung des RAI1 -Gens.
