Name: Williams-Beuren Syndrom
OMIM: 194050
Gen, Region: 7q11.2
Hintergrund
Das Williams-Beuren-Syndrom (WBS) ist gekennzeichnet durch typische Gesichtszüge („Koboldgesicht“), Herz- und Gefäßanomalien, arterieller Hypertonus, Bindegewebsprobleme, meist schon intrauterine Wachstumsretardierung und endokrine Störungen wie Hyperkalzämie und verfrühte Pubertät. Bei den Herzfehlern überwiegen supravalvuläre Aortenstenosen (SVAS), Pulmonalstenosen und Septumfehlbildungen. Zusätzlich zeigen sich besondere Verhaltenseigenschaften: Die Kinder sind häufig sprachgewandt, musikalisch und sehr extrovertiert, wobei die kognitiven Fähigkeiten (meist liegt eine milde mentale Retardierung mit räumlich-visuellen Konstruktionsdefiziten vor) durch die guten entwickelte Sprache leicht überschätzt werden. Die Auftretenshäufigkeit des WBS liegt bei etwa 1:10.000 bis 1:15.000 Geburten, nach neuesten Erkenntnissen vielleicht auch deutlich höher (1:7.500).
Genetik
Das WBS wird autosomal dominant vererbt, in den meisten Fällen sind die Eltern nicht betroffen. Bei praktisch allen WBS-Patienten findet man eine submikroskopische Mikrodeletion im Bereich 7q11.23. 95% zeigen die eine typische Deletion von 1,55 Mb, während bei 5% eine größere Deletion von 1,84 Mb vorliegt. Als Hintergrund für das Auftreten dieser Deletionen wird die homologe Rekombination angrenzender repetitiver Segmente angesehen. Die Deletion enthält neben vielen anderen Genen das Gen für Elastin (ELN), eine Hauptkomponente des Bindegewebes. Die Deletion dieses Gens ist verantwortlich für die kardiovaskulären Aspekte des Williams-Beuren-Syndroms. Das Fehlen des Gens LIMK1, das im Gehirn exprimiert wird, scheint die kognitiven Fähigkeiten zu beeinträchtigen.
Methodik
Untersuchung der kritischen Region im chromosomalen Bereich 7p11.23 auf Deletionen mittels MLPA (zur Methodik siehe unter „Subtelomerscreening“). Auf Wunsch ist stattdessen auch eine FISH-Analyse möglich.
