Name: Zystische Fibrose / Mukoviszidose /CF
OMIM: 219700
Gen, Region: CFTR
Hintergrund
Die Zystische Fibrose (CF) oder Mukoviszidose ist die häufigste autosomal-rezessive Stoffwechselerkrankung in Europa. In Deutschland ist etwa jede fünfundzwanzigste Person Überträger dieser schweren Krankheit. Die Erkrankung betrifft alle exokrinen Gewebe, insbesondere Lunge und Pankreas. Infolge einer Störung des Wasser- und Salztransportes entsteht im Bronchialsystem ein abnorm protein- und elektrolytreiches, hochviskoses Sekret. Dieses führt zu einer Obstruktion der Drüsenausführungsgänge und in der Folge zur Zystenbildung und Fibrosierung des Gewebes. Die erhöhte Viskosität des Bronchialsekretes sorgt für chronische bakterielle Infektionen und letztendlich für die fortschreitende Zerstörung des Lungengewebes. Die Krankheit wird bereits im frühen Säuglingsalter manifest und zeigt sich dann häufig durch einen Mekoniumileus. Die Natrium- und Chloridausscheidung im Schweiss ist erhöht. Die männlichen Patienten sind vermutlich auf Grund der Obstruktion des Vas deferens steril (s. a. CBAVD). Eine frühzeitige Diagnosestellung ist sehr wichtig für die Therapie, insbesondere im Hinblick auf Prophylaxe und Behandlung von Infekten des Respirationstraktes.
Genetik
Der Mukoviszidose liegt ein Defekt im CFTR-Gen zugrunde. Das Gen kodiert ein Membranprotein, das am Transport von Chloridionen durch die Membran beteiligt ist. Es wurden weltweit fast 1000 verschiedene Mutationen in diesem Gen gefunden, die meisten allerdings nur in einer betroffenen Familie. Die häufigste Mutation in der weißen Bevölkerung Mitteleuropas ist Delta F508, eine Deletion von 3 Basenpaaren. Die ethnische Zugehörigkeit des Patienten ist wichtig für die Diagnostik, weil in verschiedenen Ethnien die Häufigkeit der einzelnen Mutationen sehr unterschiedlich ist. In etwa 16% der CF-Patienten ohne nachweisbare Punktmutaion im CF-Gen findet man große Deletionen und komplexe Deletions-/Duplikationsereignisse in diesem Gen.
Methodik
Stufe 1: Nachweis der 31 häufigsten Mutationen in CFTR mit dem Oligoligationsassay (OLA). Gegebenenfalls Teilsequenzierungen bei verschiedenen ethnischen Gruppen mit einem unterschiedlichen Mutationsspektrum.
Stufe 2: Auf Wunsch Vollsequenzierung des Gens CFTR (27 Exons).
Stufe 3: Gendosisanalyse mittels MLPA.
